Ladenia: Das griechische Olivenöl-Fladenbrot von Kimolos (einfaches Rezept)
Wer schon einmal in einer Bäckerei auf einer griechischen Insel stand und in ein warmes Stück Fladenbrot mit Tomaten und Zwiebeln gebissen hat, das vor Olivenöl glänzte, kennt bereits Ladenia. Oft als griechische Antwort auf die Pizza beschrieben, stammt Ladenia von den Kykladeninseln Kimolos und Milos, wo man es seit Generationen aus kaum mehr als Mehl, reifen Tomaten, Zwiebeln und einem großzügigen Schuss gutem Olivenöl backt. Kein Käse, kein Fleisch – nur ehrliche Zutaten und der Geschmack des Mittelmeers.
Dieses Ladenia-Rezept bleibt traditionell und gelingsicher. Der Teig braucht kein besonderes Können, der Belag ist in Minuten geschnitten, und den Rest übernimmt der Ofen. Was es zum Strahlen bringt, ist das Olivenöl – ein Gericht, für das sich die beste Flasche lohnt. Hier findest du alles: die Geschichte, die Zutaten, eine Schritt-für-Schritt-Anleitung und Antworten auf die häufigsten Fragen.
Was ist Ladenia?
Der Name sagt schon alles. Ladi ist das griechische Wort für Öl, und Ladenia (λαδένια) bedeutet ungefähr „die Ölige“ – ein Verweis auf das Olivenöl, das den Boden tränkt und die Ränder knusprig macht. Es ist ein Hefe-Fladenbrot, dicker und weicher als eine Pizza, aber dünner als eine Focaccia, gebacken, bis die Unterseite goldbraun ist und die Tomaten zu einem süßen, marmeladigen Belag zerfallen.
Food-Historiker sehen in Ladenia einen der ältesten Vorfahren der Pizza im Mittelmeerraum – ein rustikales Brot, das Fischer und Bauern lange vor der Mozzarella sättigte. Auf Kimolos wird es noch heute stückweise verkauft, in Papier gewickelt und warm aus der Hand gegessen. Es ist von Natur aus vegan, günstig und endlos wandelbar – genau deshalb hat es seinen Weg weit über seine Inselheimat hinaus gefunden.
Warum Olivenöl das Herz von Ladenia ist
In einem Gericht mit so wenigen Zutaten ist Qualität alles, und nichts zählt mehr als das Öl. Weil Ladenia Olivenöl sowohl im Teig als auch großzügig über dem Boden verwendet, bestimmt sein Geschmack das ganze Brot. Ein fades, müdes Öl ergibt ein fades, müdes Ergebnis; ein lebendiges, pfeffriges schenkt dir jenes unverkennbare griechische Aroma in dem Moment, in dem das Blech aus dem Ofen kommt.
Wir machen unseres mit nativem Olivenöl extra aus der Peloponnes, von Hand geerntet, naturtrüb und so gepresst, dass seine Polyphenole und sein kräftiger, buttriger, pfeffriger Charakter erhalten bleiben. Es hält der Ofenhitze wunderbar stand – natives Olivenöl extra ist weit hitzebeständiger, als viele glauben – und seine Fruchtigkeit ist es, die aus einfachem Mehl und Tomate etwas macht, das du wieder und wieder zubereiten wirst.
Zutaten
Ergibt ein großes Blech (etwa 30 x 40 cm), genug für 6 großzügige Stücke.
Für den Teig
- 500 g Weizenmehl (Typ 405 oder 550)
- 7 g Trockenhefe (1 Päckchen)
- 1 TL Zucker
- 1 TL feines Meersalz
- Etwa 320 ml lauwarmes Wasser
- 4 EL natives Olivenöl extra, plus mehr für das Blech
Für den Belag
- 5–6 reife Tomaten, dünn geschnitten (oder halbierte Kirschtomaten)
- 2 mittelgroße rote Zwiebeln, dünn geschnitten
- 1–2 TL getrockneter Oregano
- Eine Handvoll Kalamata-Oliven (optional, aber sehr traditionell)
- Meersalz und frisch gemahlener Pfeffer
- Zum Schluss ein großzügiger Spritzer Olivenöl
Ladenia zubereiten (Schritt für Schritt)
- Hefe aktivieren. Hefe und Zucker im lauwarmen Wasser verrühren und 5–10 Minuten stehen lassen, bis es schäumt. So weißt du, dass die Hefe aktiv ist.
- Teig herstellen. Mehl und Salz in eine große Schüssel geben und in der Mitte eine Mulde formen. Hefemischung und Olivenöl hineingeben und alles mit den Händen zu einem weichen, leicht klebrigen Teig verkneten. Auf einer leicht bemehlten Fläche 5–7 Minuten kneten, bis er glatt und elastisch ist.
- Gehen lassen. Den Teig zu einer Kugel formen, in eine geölte Schüssel legen, mit einem sauberen Tuch abdecken und etwa 1 Stunde an einem warmen Ort gehen lassen, bis er sich verdoppelt hat.
- Belag vorbereiten. Während der Teig geht, Tomaten und Zwiebeln dünn schneiden. Sind die Tomaten sehr saftig, die Scheiben ein paar Minuten auf Küchenpapier abtropfen lassen, damit der Boden nicht durchweicht.
- Boden formen. Einige Esslöffel Olivenöl in das Backblech geben und über Boden und Ränder verteilen. Den gegangenen Teig auf das Blech geben und mit geölten Fingerspitzen bis an die Ränder ausdrücken. Keine Sorge um ein perfektes Rechteck – rustikal ist gewollt.
- Ladenia belegen. Zuerst die Zwiebeln über den Teig streuen, dann die Tomatenscheiben darauflegen. Mit Salz, Pfeffer und Oregano würzen, mit Kalamata-Oliven bestreuen und mit einem großzügigen Spritzer Olivenöl über die ganze Fläche abschließen.
- Backen. Im vorgeheizten Ofen bei 200 °C (Umluft 180 °C) 30–40 Minuten backen, bis die Ränder tief goldbraun und die Unterseite knusprig sind. Zum Prüfen eine Ecke mit einem Pfannenwender anheben.
- Ruhen und servieren. Die Ladenia mindestens 10 Minuten abkühlen lassen, damit der Boden fester wird. Traditionell isst man sie warm oder bei Zimmertemperatur, nie kochend heiß – die Aromen sind runder, wenn sie sich gesetzt haben.
Tipps für die beste Ladenia
Verwende reife Tomaten der Saison; ihre Süße gleicht die scharfe Zwiebel aus. Schneide alles dünn, damit es in derselben Zeit wie der Boden gart. Magst du eine weichere, brotigere Ladenia, lass den ausgeformten Teig vor dem Belegen weitere 20 Minuten auf dem Blech ruhen. Und sei nicht sparsam mit dem Öl – das „Ladi“ in Ladenia ist keine Empfehlung, sondern die ganze Idee.
So servierst du Ladenia
Auf den Inseln ist Ladenia eine Mahlzeit für sich, in Quadrate geschnitten und aus der Hand gegessen. Sie macht sich auch wunderbar als Teil einer Mezze-Tafel neben einem knackigen griechischen Salat, einer Schale Oliven und einem kühlen Glas Weißwein. Reste halten sich einen Tag und schmecken kalt in der Lunchbox oder kurz aufgewärmt, damit der Boden wieder knusprig wird. Was übrig bleibt, ist der perfekte Anlass, am nächsten Tag mit demselben Olivenöl einen schnellen Tomaten-Oliven-Salat zu machen.
Häufige Fragen
Ist Ladenia dasselbe wie Pizza?
Nicht ganz. Ladenia ist älter, hat keinen Käse und setzt auf Olivenöl statt auf eine reichhaltige Sauce. Der Boden ist weicher und brotiger, der Belag schlicht Tomaten, Zwiebeln, Kräuter und Öl. Sieh es als rustikalen, veganen Cousin der Pizza.
Kann ich Ladenia vorbereiten?
Ja. Sie ist eines der wenigen Fladenbrote, das bei Zimmertemperatur genauso gut schmeckt, du kannst sie also einige Stunden vor dem Servieren backen. Du kannst den Teig auch am Vorabend zubereiten und über Nacht im Kühlschrank langsam gehen lassen, was das Aroma vertieft.
Welches Olivenöl sollte ich für Ladenia nehmen?
Ideal ist ein fruchtiges, kräftiges natives Olivenöl extra, denn sein Geschmack trägt das ganze Gericht. Ein natives Olivenöl extra von der Peloponnes wie unseres bringt pfeffrige, buttrige Noten und genug Körper, um den Ofen ohne Verlust an Charakter zu überstehen.
Unser Produkt-Tipp
Natives Olivenöl extra von der Peloponnes (500 ml)
Von Hand geerntet, naturtrüb und kräftig pfeffrig – das Olivenöl, das der Ladenia ihre Seele gibt.
Zum OlivenölLadenia ist der Beweis, dass das einfachste Essen oft das unvergesslichste ist: gutes Mehl, reife Tomaten, süße Zwiebeln und vor allem echtes Olivenöl. Mach sie einmal, und sie bekommt einen festen Platz in deiner Küche. Backe sie, teile sie warm und schmecke das Mittelmeer so, wie es die Inselbewohner tun – Pour La Vie.
